Montag, 31. März 2014

Digitale Durchsuchungen beim Grenzübertritt: Empfehlungen für internationale Geschäftsreisen.

Grenzkontrolle: auch wenn
diskreter oft unangenehm

Bei internationalen Reisen kann ein Zollbeamter den Inhalt eines von Ihnen mitgeführten Geräts, wie einen Laptop, ein Handy, Blackberry oder einen USB-Speicherstick kontrollieren. In jüngster Zeit wurde in der Presse von den zunehmenden Durchsuchungen digitaler Inhalte an US-Grenzen berichtet. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass diese Praxis nicht auf die USA beschränkt ist. Auch andere Länder haben strenge Gesetze und Richtlinien hinsichtlich der Informationen, die über ihre Landesgrenzen hereinkommen oder diese verlassen.



Die Befugnisse der Zollbeamten sind nicht auf einfache Kontrollen digitaler Daten beschränkt. Sie können kriminaltechnische Instrumente verwenden, um eine detaillierte automatische Suche auf Ihrem Gerät durchzuführen, oder sogar Ihre Daten für eine weitere Analyse und Archivierung kopieren. Im schlimmsten Fall können die Zollbeamten Ihr Gerät beschlagnahmen, ohne dass eine Pflicht zur Zurückgabe besteht.
Die Association of Corporate Travel Executives (ACTE) hat vor Kurzem ihren Mitgliedern empfohlen, den Umfang der geschützten Geschäftsdaten auf Laptops und anderen elektronischen Geräten zu beschränken. Die ACTE ist darüber beunruhigt, dass Unternehmensdaten von Zollbeamten heruntergeladen werden können, was zu potenziellen Sicherheitsverstössen und der Offenlegung von Daten, die als vertraulich gelten, führt.
In diesem Zusammenhang gelten folgende Empfehlungen für internationale Geschäftsreisen:

  • Entfernen Sie jegliches Material von Ihrem Gerät, das von einem Zollbeamten entweder als beleidigend oder illegal interpretiert werden könnte.
  • Vermeiden Sie, persönliche Informationen auf Ihren Geräten zu speichern, die Sie für privat erachten.
  • Beschränken Sie den Umfang sensibler Geschäftsdaten, die auf Ihrem Gerät gespeichert sind, auf das Minimum, das für das Erreichen des Ziels Ihrer Geschäftsreise erforderlich ist.
  • Übermitteln Sie sensible Geschäftsdaten soweit möglich vor Ihrer Reise auf elektronischem Wege.
  • Wenn Sie von einem Zollbeamten nach den sich auf Ihrem Gerät befindlichen Informationen gefragt werden, erklären Sie bitte, dass Ihre Daten ausschliesslich geschäftlichen Zwecken dienen und es sich um geschützte Unternehmensinformationen handelt.
  • Selbst nach dieser Erklärung kann ein Zollbeamter verlangen, die Informationen auf einem Ihrer Geräte (Laptop, Blackberry, USB-Stick) zu sehen, und Sie sollten dieser Bitte nachkommen. Dazu ist möglicherweise die Bekanntgabe einiger Ihrer Kennwörter oder sonstiger Sicherheitsmerkmale erforderlich. Sie sollten in diesem Fall diese Daten bekannt geben, um der Bitte zu entsprechen.
  • Leisten Sie keinen Widerstand, wenn eines Ihrer Geräte von einem Zollbeamten eingezogen wird.
Falls auf einem Ihrer Geräte eine Durchsuchung durchgeführt, Daten kopiert oder ein Gerät von einem Zollbeamten eingezogen wird, melden Sie diesen Vorfall so schnell wie möglich an Legal & Compliance Ihrer Firma, und zwar sowohl in dem Land, in dem Sie sich befinden, als auch in Ihrem Herkunftsland.

Samstag, 15. März 2014

Geistloses Fernsehen

Als das Fernsehen noch weniger schlecht
war: 3 nach 9 im Jahre 1976 (Foto: Stern)
Geistlos ist zu hart; geistarm wäre inhaltlich richtiger - aber das zöge weniger als Titel... Kürzlich feierte das Zweite Deutsche Fernsehen sein 50jähriges Bestehen. Einer der grossen Fernsehschwätzer (ist das die richtige deutsche Übersetzung für Talker?), Alfred Biolek, schrieb zu diesem Anlass in der Süddeutschen Zeitung:
Ist das Fernsehen schlechter geworden? Ich weiss es nicht, ich schau so wenig fern. Für Menschen, die im geistigen Bereich unterhalten werden wollen, hat sich das Fernsehen entfernt.
Stimmt diese Beobachtung? Oder war das Schlechte früher etwas weniger schlecht, gar ein bisschen besser? Die Neue Zürcher Zeitung zumindest vermutet, dass dies wahrscheinlich stimme.

Freitag, 21. Februar 2014

Können wir noch selber sehen?

Eduard Kaeser führte in der NZZ aus, dass obgleich die Wissenschafter kundtun, dass simultanes Ausführen von Aufgaben leistungsschwächend bis schädlich sei, man trotzdem immer wieder von Leuten höre, die es können? Warum behauptet der Betrunkene, sicher Auto fahren zu können? Die Antwort lautet: Weil das Ausüben einer Tätigkeit und das Beobachten dieser Ausübung zwei verschiedene Kompetenzen sind. Ein Gerät kann gewisse Fähigkeiten – das Ausüben – verstärken und erweitern, im gleichen Zug andere – das Beobachten – abschwächen. Kaeser bezeichnet dies generell als das Paradox der abschwächenden Verstärkung.
Sicher, fährt er in seinem Artikel fort, mag es hilfreich und vielleicht sogar prickelnd sein, durch die Google-Brille zu erfahren, dass man gerade mit der Schönheitskönigin der Färöer spricht, dass sie letzten Winter einen Skiunfall in der Lenzerheide hatte und im dritten Monat schwanger ist. Darüber informiert nun der Computer auf der Nase, nicht die Gesprächspartnerin. Sie rückt ab in die distanzierte Gegenwart einer «augmented reality». Kaeser scheint es, als würden wir nicht in der gleichen Welt leben; in der Tat bestehen eklatante Unterschiede zwischen der reellen und der virtuellen Welt.
Im technisierten Alltag sind mittlerweile die Verlockungen der neuen Geräte bekannt, die uns mit Echtzeit-Informationen eindecken und uns in einen digitalen Kokon einspinnen. Umso wichtiger erschiene deshalb, dass wir uns – möglichst frühzeitig – in der alten Fähigkeit üben, mit eigenen Augen zu sehen, schrieb Kaeser in der renomierten Neuen Zürcher Zeitung. Das bedeutet, sich nicht zu sehr an die «Verstärkungen» des Geräts zu gewöhnen. Denn Gewohnheit macht bekanntlich blind. In diesem Fall: Google-blind. Technik kann auch dann problematisch werden, wenn sie zu gut funktioniert; wenn sie zu einem Teil von uns selbst wird. Dann nämlich kann sich die Google-Brille – wie einer ihrer Designer, Thad Starner, es nennt – nicht nur zu einer Killerapplikation entwickeln, sondern zu einer «Killerexistenzform».
Quelle: NZZ

Sonntag, 9. Februar 2014

400 Jahre und mehr

Im Jahre 1602 wurde die Bodley's Library in Oxford gegründet. Der Bestand war mit 2000 Bänden noch gering. Heute ist es eine der ältesten Bibliotheken der Welt und elf Millionen Bücher stehen für die Benutzer bereit. Doch auch weniger renomierte Bibliotheken, wie diejenige der Universität Oxford, weisen ein respektables Alter auf. So feierte im vergangenen Dezember die Stadtbibliothek von Bristol, ebenfalls im Vereinigten Königreich, ihren 400. Gründungstag.



Aus diesem Anlass konstruierten die Künstler für kreative Robotik von Rusty Squid eine riesige Buchskulptur, Book Hive genannt, die auf Bewegungen der Besucher reagiert. Das dreimonatige Projekt wurde vom englischen Kunstrat finanziert.


Montag, 27. Januar 2014

Coup dur pour la recherche scientifique en ligne

Le moteur de recherche scientifique Scirus, un service des éditions Elsevier, sera hors ligne dès janvier 2014, malgrès que c'était l'outil de recherche scientifique le plus complet sur ​​le web. Avec plus de 575 millions d'articles scientifiques indexés au dernier décompte, il permetait aux chercheurs de rechercher non seulement le contenu des revues, mais aussi les pages d'accueil des scientifiques, des didacticiels, du matériel des serveurs de pré-impression, les brevets et le dépôt institutionnel et de l'information du site. La raison, pourquoi Scirus a été arrêté, n'est pas connu.

Alternative
Nous publions ici quelques autres points de départ qui permettent une recherche scientifique. Seulement des bases de données spécialisées et entretenu soigneusement permettent des recherches efficaces et précises pour un sujet particulier.

Certaines bases de données sont accessibles librement et gratuitement. Exemples:  Google Scholar, BASE (57 millions), DBIS, OpenGrey (700 000 références de littérature grise), PubMed (23 millions références médicales), WorldwideScience, OAIster (les bibliothèques du monde entier), INIS (nucléaire), ZANRAN (statistiques et données).

La plupart des bases de données de contenu professionnel par contre sont payants. Exemples: CAPLUS, INSPECTION, COMPENDEX, FSTA, MEDLINE, EMBASE, BIOSIS, AGRICOLA.



Ceci est le 200e article sur ce blog.
Dies ist der 200. Artikel auf diesem Blog.

Freitag, 17. Januar 2014

Wir verpassen immer etwas

Unter dem Namen “Subjektkonstruktion und digitale Kultur” (SKUDI) läuft zur Zeit ein Forschungsprojekt an den vier Universitäten Bremen, Klagenfurt, Münster und der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Dabei steht die Suche nach neuen Subjektformen im Kontext gegenwärtiger gesellschaftlicher Umbrüche und medien- und technikbasierter sozialer Praxen im Mittelpunkt. Die Forschungsergebnisse werden - das ist ein zentrales Anliegen von SKUDI - mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren diskutiert. Ein Kurzfilm aus dem SKUDI-Projekt zeigt die Auswirkungen der digitalen Kultur.



Irgendwo passiert immer etwas, ist immer etwas los. Wir verpassen immer etwas; können nicht überall gleichzeitig sein, alles miterleben, auch wenn uns dies Medien der virtuellen Welt suggerieren. Die reelle Welt hat immer ein Abbild in der virtuellen Welt. Alles hinterlässt eine Spur in der virtuellen Raum. Deshalb müssen wir heute lernen, mit den sogenannten neuen Medien umzugehen. Reelles wird virtualisiert, Virtuelles wird real. Das sind neue Dimensionen, die sich vor zwanzig Jahren noch niemand in diesem Masse vorstellen konnte. Der Umgang mit dieser neuen Freiheit, diesem Umbruch muss bewusst gelebt werden: Was gehört mir, was allen? Was ist privat, was für meine Familie, was für die Öffentlichkeit bestimmt?

Dienstag, 7. Januar 2014

Von den Segnungen der neuen Natels

In der Schweiz nennt man Mobiltelefone Natel. Das hiess zu PTTs Zeiten Nationales Autotelefon. Der in Deutschland gebräuchliche Begriff Handy ist in der Schweiz vor Jahrzehnten eingetragenes Warenzeichen für ein Handabwaschmittel... Heute sind sie schon lange viel mehr als Telefon: Agenda, Wecker, Uhr, Adressbuch, Fotoapparat, Filmkamera, Fotoalbum, Walkman, Stereoanlage, Spielkonsole, Fernseher, Notizbuch, Rechner, kleiner Computer, Bestimmungsbuch, Nachschlagewerk, und noch manches mehr.

Etwas zivilisationskritisch kann man sich fragen: Ist ein Leben ohne Natel heute überhaupt noch möglich? Halten wir das überhaupt noch aus - wie das Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung vor kurzem zu verneinen glauben musste. Ein schön gemachter Film mag anregen, diesen Gedanken etwas weiter nachzugehen, auch wenn er in einigen Szenen auch etwas überzeichnet sein mag.