Donnerstag, 15. Juli 2010

Was das E-Buch nicht kann - oder: Für ein neues Lesen im Internet-Zeitalter

Das E-Book, wie wir es kennen, ist eine billige Imitation der größten gestalterischen Errungenschaft der Menschheit: des Buchs. Einer der bedeutendsten Software-Entwickler unserer Zeit, David Gelernter, blickt skeptisch auf überbordenden Technologieballast und entwickelt eine Vision des neuen Lesens.

David Gelernter ist einer der brillantesten Computerwissenschaftler der Gegenwart. Er schuf die Grundlagen für das „Word Wide Web“, wie wir es heute kennen. Er ist ein Technologe, aber auch einer der schärfsten Skeptiker moderner Technologien. Er ist Informatiker, aber auch Maler, Essayist und ein großer Kenner der Geschichte des Judentums. Der Name David Gelernter ist mit dem Siegeszug des digitalen Zeitalters verknüpft, aber er ist auch eines seiner Opfer. Am 24. Juni 1993 öffnete David Gelernter ein Päckchen, in dem er eine Dissertation vermutete. In Wahrheit war es einer der Sprengsätze des Unabombers Ted Kaczynski, der in seinem Hass auf die technologische Revolution die Köpfe dieser Revolution töten wollte.

Die Arbeiten des in Yale lehrenden Informatikers haben das „Word Wide Web“, wie wir es heute kennen, überhaupt erst möglich gemacht. Die Idee, Computer parallel zusammenarbeiten zu lassen, so dass sie sich „arbeitsteilig“ einer einzigen Aufgabe widmen können, schuf die Grundlage für die vernetzten Computer. Ausgehend davon, prophezeite Gelernter bereits 1991 die Entstehung des „World Wide Web“, fünf Jahre bevor es tatsächlich so weit war.

In seinem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem gleichen Titel wie dieser Beitrag, untersucht er das Phänomen des elektronischen Buches. Dabei stützt er sich breit ab. Dabei stellt er fest, dass das e-Buch seinen Platz noch nicht gefunden hat. Indem es Papierbuch-Inhalte neu elektronisch zeigt, ist eine schlechte Lösung. Als der Tonfilm den Stummfilm abgelöst hatte, mussten die Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler die Inhalte ja auch auf eine neue Art und Weise darstellen, um dem neuen Medium gerecht zu werden.

Wer skeptisch ist oder die neue Entwicklung noch am beobachten ist, dem sei das Essay Gelertnters sehr zu empfehlen. Eine kritische Auseinandersetzung, welche zwar die Finger kalr auf die Schwächen des e-Buches legt, aber auch das Potential im Auge behalten. Ein Artikel, der sich wohltuend vom Hurra-Gebrüll und den Verteufelungen abhebt.

David Gelernter: Was das E-Buch nicht kann - oder: Für ein neues Lesen im Internet-Zeitalter

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Donnerstag, 1. Juli 2010

Réseaux documentaires congolais: L'Afrique marche en avant

Au cours des dernières années, ATOL a établi des liens de collaboration intensive avec des centres de documentation et des bibliothèques en RD Congo. Notre objectif est de fournir un appui concret qui les aide à mieux gérer leur centre. L’accent est mis sur l’acquisition de nouveaux documents et sur l’informatisation de la gestion. Nous les aidons également à mieux définir leurs stratégies et leurs services. Il faut que les centres et les bibliothèques deviennent des véritables outils de développement. Nos partenaires se sont réunis en trois réseaux régionaux :

Litérature complémentaire:

Dienstag, 15. Juni 2010

Webauftritt ist wichtigste Visitenkarte

Nach seinerzeit vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern aufgestellten 80 Kriterien untersuchen Studenten der Hochschule für Wirtschaft in Zürich (HWZ) jeweils die Internetauftritte von knapp 500 Schweizer Unternehmen.

Die Kriterien entstammen den fünf Bereichen:
  • Allgemeine Informationen
  • Corporate Governance
  • Investor Relations
  • Media Relations
  • Sprache und Navigation
Positive Erwähnung finden unter anderem: «Äusserst vorbildlich aufgemacht, sehr übersichtlich, alle nötigen Informationen vorhanden, wie man es machen sollte» (Erstplazierte Seite von +GF+). Ein Webauftritt hat sorgfältig erstellt zu sein, denn er stellt ein zentrales Informationsmittel dar. Bei der Bewertung wurde Wert gelegt auf:
  • Übersichtlichkeit, Nutzerfreundlichkeit
  • Gute Struktur, Navigation
  • Informationsgehalt der Seiten
  • Verwendung neuer Medien (z.B. Podcasts), Attraktivität
  • Dialog- und Kontaktmöglichkeiten
Insgesamt lagen die börsenkotierten Firmen mit 48/80 vor den nichtkotierten Firmen mit 37/80 Punkten. Rangliste nach Kategorien (jeweils die ersten drei — Seiten mit 70 oder mehr Punkten sind zur Anschauung verknüpft):
Total nichtkotiert: M-real (69), Siemens (68), Agip (67)
Bau: Dätwyler (62), Allreal (57), Geberit (57)
Chemie/Pharma: Givaudan (68), Novartis (63), Ems (61)
Nahrungsmittel: Nestlé (67), Bell (56), Barry Callebaut (50)
Verkehr: Kühne + Nagel (55), Panalpina (55), Unique (47)
Maschinen: +GF+ (77), GF Agie Charmilles (74), Schindler (69)
Energie: Aare-Tessin (70), Arbonia-Forster (68), BKW (63)
Quelle: Handelszeitung 47/2008

Dienstag, 1. Juni 2010

Würden Sie 1 500 Franken unbeaufsichtigt auf Ihrem Schreibtisch liegen lassen?

Viele Mitarbeiter lassen allerdings jeden Tag ihren Laptop oder ihr Notebook mit einem Wert von mehr als 1 500 Franken unbeaufsichtigt auf ihren Schreibtischen liegen. Sie fordern einen unehrlichen Kollegen, eine die Gelegenheit nutzende Reinigungskraft oder einen schlauen Dieb geradezu zum Zugriff auf sensible Daten oder zum Diebstahl des Computers auf.

Ihr Laptop verfügt über zahlreiche Sicherheitsfunktionen wie Antiviren-Software, persönlichen Firewall-Schutz, Datenverschlüsselungsprogramme und sichere Passwörter. Ein grosser Teil der Sicherheit Ihres Computers ist jedoch materieller Natur. Beachten Sie, dass Laptops für Diebe genauso leicht zu tragen sind wie für Sie!

Der Diebstahl von Laptops nimmt zu und zwar nicht nur an Flughäfen, in Hotels und Restaurants, die von Geschäftsreisenden besucht werden. Sie verschwinden auch aus Büros. Nach einem Bericht von IBM aus dem Jahr 2007 über die Sicherheit von Laptops finden vierzig Prozent der Diebstähle von Laptops im Büro statt. Wird ein Laptop gestohlen, ist in zweifacher Hinsicht ein Verlust zu beklagen: zum einem der Verlust des Geräts an sich und zum anderen der Verlust von persönlichen Daten, Kunden- oder Unternehmensinformationen, die auf dem Laptop gespeichert sind. Diebe können durch den Verkauf des Computers einen schnellen Gewinn erzielen, sie können jedoch einen noch grösseren Schaden verursachen, wenn sie Zugriff auf Kundendaten, Finanzdaten des Unternehmens oder persönliche E-Mail-Nachrichten haben, die auf dem PC gespeichert sind. Und wenn Sie die Passwörter auf Ihrem Computer speichern, sind auch die durch sie geschützten Informationen einem Risiko ausgesetzt. Nach einer Schätzung von Safeware, einem internationalen Unternehmen, das sich auf Computer- und Datensicherheit konzentriert, ist jährlich ein Daten- und Informationsverlust im Wert von 15-20 Mrd. $ aufgrund von Computer- und Laptopdiebstählen zu verzeichnen.

Diebe nutzen die Gelegenheit

Wenn Ihr Laptop unverschlossen, unbefestigt und unbeaufsichtigt ist, könnte es auch nicht mehr verfügbar sein: gestohlen, weil Sie keine Vorsichtsmassnahmen zum Schutz und zur Sicherheit Ihres Computers getroffen haben. Was können Sie also tun? Beachten Sie diese Richtlinien:

  • Verwahren Sie Ihren Laptop, wenn Sie das Büro verlassen, so, dass es nicht zu sehen ist.
    Verstecken Sie Ihren Laptop und schützen Sie ihn vor der Gelegenheit nutzenden Dieben, indem Sie ihn in einem verschlossenen Aktenschrank oder einer verschlossenen Schreibtischschublade verwahren, wenn Sie am Ende des Arbeitstages Ihren Arbeitsplatz verlassen. Ziehen Sie auch in Erwägung, den Laptop verschlossen zu verwahren, wenn Sie in die Mittagspause gehen oder an einer längeren Sitzung teilnehmen. Für eine kurze Pause weggehen? Schliessen Sie Ihre Bürotüre und verwahren Sie Ihr Notebook, sofern möglich, verschlossen auf, damit potenzielle Diebe es nicht sehen können.
  • Sperren Sie Ihren Computer, wenn Sie ihn unbeaufsichtigt lassen.
    Sie können Ihr Notebook nicht immer verstecken oder verschlossen verwahren, wenn Sie weggehen, allerdings können Sie den Computer sperren, um die Verwendung durch andere Personen zu verhindern. Drücken Sie die Tastenkombination Strg+Alt+Entf und klicken Sie auf «Computer sperren», um den passwortgeschützten Bildschirmschoner zu aktivieren und andere Personen, die vorbeigehen, an der Anzeige von Informationen auf Ihrem Bildschirm oder der Verwendung Ihrer Anwendung zu hindern. Es kann ziemlich unangenehm sein, wenn jemand in Ihrem Namen von Ihrem unbeaufsichtigten Laptop eine peinliche E-Mail sendet oder sensible Daten in einem Excel-Arbeitsblatt, das Sie geöffnet gelassen haben, liest.
  • Schalten Sie Ihren Computer aus. Lassen Sie ihn nicht im Ruhezustand oder Standby-Modus. Schalten Sie Ihren Computer am Ende des Arbeitstags, oder wenn Sie das Büro für einen längeren Zeitraum verlassen, aus. Lassen Sie ihn nicht im Ruhezustand oder Standby-Modus. Hacker können sensible Daten vom Hauptspeicher eines Computers extrahieren, wenn er nicht vollständig ausgeschaltet ist.
  • Bewahren Sie keine schriftliche Kopie Ihrer Passwörter in der Laptoptasche oder offensichtlich an Ihrem Arbeitsplatz auf. Prägen Sie sich diese ein.
    Wenn Sie Passwörter aufschreiben und an Ihren Monitor anheften, diese in Ihrer Laptop-Tasche lassen oder Sie unter «Passwörter» ablegen, ist dies damit vergleichbar, wie wenn Sie Ihren unverschlossenen Pkw an einem unsicheren Ort mit dem Schlüssel im Zündschloss stehen lassen. Sie suchen einfach nach Ärger! Prägen Sie sich Ihre Passwörter ein.
  • Sichern Sie Ihre Daten. IDC berichtete vor Kurzem, dass 97% der gestohlenen Laptops nicht zurückgegeben werden. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre Daten regelmässig sichern. Rechnen Sie nicht damit, Ihren Laptop wiederzusehen, wenn er verschwunden ist. Stellen Sie sich vor, alle Ihre Kontakte, Ihren Kalender, Ihre Word- und Excel-Dateien sowie Ihre über Jahre aufgenommenen digitalen Fotos zu verlieren. Sichern Sie alles, was Ihnen auf Ihrem Computer von Bedeutung ist. Sofern auf Ihrem Computer vertrauliche Informationen oder Geschäftsgeheimnisse gespeichert sind, müssen Sie noch stärker auf die Sicherheit achten. Die grundlegende Empfehlung ist das regelmässige Sichern aller wichtigen Daten auf der Festplatte Ihres Laptops. Sofern Ihr Laptop nicht über ein Sicherheitsprogramm verfügt, wenden Sie sich bitte an Ihren lokalen Helpdesk und informieren Sie sich über das genehmigte Sicherungsverfahren.

In dem bedauerlichen Fall, dass Ihr Laptop gestohlen wurde, wenden Sie sich bitte an Ihre lokale IT, um Anweisungen für das Melden des Diebstahls und die Wiederherstellung verlorener Daten zu erhalten.

Samstag, 15. Mai 2010

Quel est le degré de sécurité de votre mot de passe?

Les mots de passe constituent un aspect important de la sécurité informatique. Ils sont la première ligne pour la protection des comptes d'utilisateur. Un mot de passe faible pourrait arriver à compromettre les systèmes informatiques et les données de votre entreprise.

Ainsi, tous les collaborateurs (y compris les fournisseurs et les tiers ayant accès aux systèmes) sont responsables de prendre les mesures appropriées, comme défini ci-dessous, pour choisir et rendre sûrs leurs mots de passe.

Protection du mot de passe

  • Les mots de passe ne doivent jamais être notés ou affichés dans votre zone de travail ni dans d’autres lieux en vue.
  • Ne parlez pas de votre mot de passe devant d’autres personnes.
  • N’enregistrez pas électroniquement votre mot de passe et ne l’incluez pas dans un e-mail ou dans une autre documentation écrite.
  • Ne dévoilez pas un mot de passe sur les questionnaires ou formulaires pour la sécurité.
  • Ne partagez pas vos mots de passe avec d’autres utilisateurs y compris vos responsables.
  • Les mots de passe doivent être immédiatement modifiés si vous suspectez que quelqu’un ai pu les découvrir ou s’ils ont été effectivement découverts.
  • Veillez à ce que personne ne vous observe pendant que vous insérez votre mot de passe.
  • En plus, n’utilisez pas le même mot de passe pour des buts privés et publics. Pour l’ordinateur de votre bureau, utilisez un mot de passe différent de celui de votre compte Facebook sur Internet et encore un autre mot de passe pour votre compte bancaire en ligne.

Renouvellement du mot de passe

  • Tous les 45 jours, modifiez votre mot de passe.
  • Les mots de passe devraient comprendre au moins 7 caractères.
  • Les mots de passe pour les nouveaux comptes réseau sont «modifiés de manière forcée» à la première connexion.

Des exemples de mots de passe faibles

Egg, une banque en ligne au Royaume-Uni, a effectué un sondage sur les habitudes des clients concernant les mots de passe. Selon un sondage conduit sur 1.000 utilisateurs, les noms des personnes chères et des parents sont en tête de la liste des mots de passe faibles les plus utilisés.

Mots de passe faibles

23% nom des enfants
19% nom de l’aimé/e
12% anniversaires
9% équipe de foot
9% célébrités et groupes
9% lieux favoris
8% son propre nom
8% nom de l’animal de compagnie

Source : Sondage Egg

Depuis un autre sondage récent effectué en interrogeant les gens dans la rue par Symantec au Royaume-Uni, il résulte que presque la moitié des personnes interviewées utilise sa date de naissance, le nom de jeune fille de sa mère ou le nom de son animal de compagnie comme mot de passe.

Création de votre mot de passe

Ici vous trouvez des lignes guide pour créer un mot de passe fort:

  • Utilisez deux ou trois mots courts n’ayant pas de liaison entre eux
  • Faites volontairement des erreurs d’orthographe
  • Évitez d’utiliser dans votre mot de passe ce qui suit
    • Votre nom d’utilisateur complet ou une partie de celui-ci
    • Le nom d’un membre de votre famille, de votre animal de compagnie, d’un ami, d’un collègue, d’un personnage de fantaisie etc.
    • Des mots pouvant être trouvés dans un dictionnaire
    • Votre nom, vos initiales ou votre ID de connexion
    • De simples séquences de mots ou de numéros comme AAAbbb, Qwerty123, 12345ABCD
    • Des dates de naissance et d’autres informations personnelles comme les adresses ou les numéros de téléphone
    • Des mots basés sur les noms des départements, sur les groupes de travail ou sur d’autres informations concernant l’organisation

Les phrases d’accès - des mots de passe idéals

Une bonne façon de choisir un mot de passe fort est de penser en termes de phrase d’accès plutôt que de mot de passe. Choisissez une phrase ou une expression ayant une signification personnelle. Par exemple, «Mon chat a les quattres pattes poilues». Puis, construisez le mot de passe en utilisant la première lettre de chaque mot Mcal4pp ou ajoutez un ou deux caractères non alphabétiques ou numériques au milieu de la chaîne. L’exemple de mot de passe peut alors être: - #mcalpp1.

En alternative, choisissez deux ou trois mots courts n’ayant aucun lien entre eux et unissez-les par un signe de ponctuation. Remplacez ensuite certaines lettres choisies par des numéros ou des caractères spéciaux. Par exemple : «li0n;pluie» ou «ch#at+tasse». N’utilisez pas ces exemples comme mots de passe.

Samstag, 1. Mai 2010

Laxer Umgang mit der Intimität II

Die Preisgabe persönlicher Daten bildet die Geschäftsgrundlage für Netzwerke wie Facebook. Nutzer suchen ihren Spass in freizügigem Austausch und reklamieren dennoch Privatsphäre. Eine Illusion.

Im Wunsch nach Austausch und Selbstdarstellung treffen sich beide Seiten: Der Betreiber des Netzwerks braucht die Daten des Nutzers, um individualisierte Werbung schalten und Geld verdienen zu können. Der Nutzer wiederum baut seine Online-Existenz in sein alltägliches Leben ein, betreibt Eigenwerbung und Selbststilisierung, neudeutsch «Identitäts-Management», pflegt Beziehungen, knüpft neue Kontakte, flirtet, bloggt, tauscht sich über Termine und Veranstaltungen aus oder organisiert Flashmobs, Feten am Strand oder politische Demonstrationen. Mit einem Wort: Er (oder sie) steht als Individuum im öffentlichen Austausch, und zwar in vielerlei Hinsicht genau so, wie es der Soziologe Erving Goffman 1971 in «Relations in Public», diesen empirisch wunderbar reichen «Mikrostudien zur öffentlichen Ordnung», beschrieben hat.

Facebook, um bei dem mit 400 Millionen Mitgliedern populärsten Portal zu bleiben, ist nun einmal kein von der Realität abgesondertes, ins virtuelle Nirwana verschobenes «Second Life», und seine Nutzer sind keine Avatars. Seltsam mag das Streben wirken, den Bekanntenkreis eifrig zu erweitern, Freundschaftsanfragen an Fremde zu richten und die dabei gewonnenen Kontakte wie Statussymbole – je mehr, desto besser, das derzeitige Richtmass liegt bei 130 – in der eigenen persönlichen Rubrik aufzulisten. Aber dies machen doch die Menschen in der sozialen Welt jenseits des Netzes seit Ewigkeiten ebenso gern: sich damit zu brüsten, «Beziehungen zu haben». Und wird der Leser Goffmans nicht auch bei Facebook manches interpersonelle Ritual wiederfinden, das der Soziologe beschrieb, als er von der Knüpfung und Belebung sozialer Kontakte handelte? Das Ritual der Bestätigung etwa, mit dem wir eine Äusserung einer Person oder auch eine Änderung in ihrer Lebenssituation quittieren – Glückwünsche, Lob, Neckereien, Beileid, Herstellung von Eintracht im Gespräch über Nichtigkeiten. Im Netz kann die Zustimmung wortreich auftreten, aber sie kann auch durch Symbole signalisiert und damit konventionalisiert sein, in Analogie zu den Höflichkeitsfloskeln des Real Life. Das Individuum im öffentlichen Austausch bedarf dringend all jener «Barmherzigkeiten», wie Goffman sie nennt, ohne die «überall unzufriedene Personen zurückbleiben würden, die an den ihnen zugefügten Konversationsgrausamkeiten verbluteten».

Gravierende Unterschiede zwischen reell und virtuell
Ein gravierender Unterschied zwischen den Sphären allerdings bleibt, und damit kommen wir zu den Gründen, die Kritiker einen Verfall der Privatsphäre beklagen lassen. Der Kommunikation im Online-Netzwerk fehlt der Blickkontakt. Manche Dinge sagen sich leichter, wenn man sie jemandem nicht direkt ins Gesicht sagen muss. Wie Sabine Trepte und Leonard Reinecke, ein Forschergespann zur Medien- und Sozialpsychologie an der Universität Hamburg, berichten, liefert eine Reihe von Studien Hinweise darauf, «dass computervermittelte Kommunikation im Vergleich zu direkter Face-to-face-Kommunikation in der Regel zu gesteigerter Selbstoffenbarung führt», eben weil die Kommunizierenden ein gewisses Gefühl von Anonymität besitzen und überdies meinen, sie beherrschten die Situation. Den Schluss jedoch, dass Nutzer des Web 2.0 keinen Sinn mehr für Privatsphäre hätten, wollen Trepte und Reinecke nicht ziehen. In einer eigenen Analyse weisen sie die Rede von «unreflektierten Exhibitionisten» zurück und legen eine Lesart nahe, wonach es die ohnehin Extrovertierten sind, die sich im Netz entblössen.
Holländische Wohnzimmer

Was ihr Selbstbild angeht, so tuten Blogger und andere Netzaktivisten ins gleiche Horn und wähnen sich von der Schuld frei, den Wert der Privatheit zu ruinieren. Sie können darauf verweisen, dass der Kampf gegen Datenmissbrauch ja im Internet selber geführt werde. Ihr zentrales Argument indes heisst «Kontext». Demnach muss für jede Information, die ein Nutzer im Social Web von sich preisgibt, der Bezug auf den Adressatenkreis gewahrt bleiben. Es gehe nicht an, mittels Suchmaschinen die über das Netz verstreuten Informationen aufzulisten und zu einem Porträt zu verdichten – und diese entblössende Kompilation dann mit den Worten zu rechtfertigen, es sei doch sowieso schon alles irgendwo bekannt gewesen.

Um mit einem Vergleich des Medienforschers und Bloggers Jan Schmidt zu reden: Facebook und Co. böten zwar «einsehbare Informationen», seien aber ihrem Wesen nach wie «holländische Wohnzimmer», deren Fenstern die Gardinen fehlten, ohne damit aber eine Einladung an jedermann zu verbinden, sich an den Scheiben die Nasen platt zu drücken. Der Vergleich ist ebenso hübsch wie schief. Er stösst sich am Wirken automatisierter Suchmaschinen (Webcrawler), die keine Grenzen achten, und ebenso daran, dass das Internet erlaubt, überall vor Fenstern herumzulungern, ohne fürchten zu müssen, ertappt zu werden. Privatheit ist, wer wollte es bestreiten, ein gefährdetes Gut.
Quelle: Joachim Güntner in: NZZ

Wir berichteten bereits früher zum Thema: Teil 1 des Artikels von Güntner, Rettet die Privatsphäre, Vom echten Wert von Freunden, La vie privée à 100% au résautage. Zudem gibt es unser Buch Identitäten im Internet – das Ende der Anonymität? zu kaufen.

Donnerstag, 15. April 2010

Laxer Umgang mit der Intimität I

Soziale Online-Netzwerke wie Facebook fördern den laxen Umgang mit der Intimität und der Privatheit. Die Neue Zürcher Zeitung sprach kürzlich im Feuilleton gar von digitalem Exhibitionismus – ist der Vorwurf berechtigt?

Sie heissen Facebook, MySpace oder Xing, ihre Nutzer zählen nach Millionen, und sie wachsen beständig. Mehr noch als die vielen kleinen, oft einem Themengebiet verpflichteten Weblogs stehen jene massentauglichen Plattformen für die Attraktivität des Web 2.0, für jenes Internet der zweiten Generation, das die Surfer zum Mitmachen einlädt. Wer sich dort anmeldet, erhält Speicherplatz für Erlebnisberichte, Fotos und Videos. Sinn des Unternehmens ist, Daten mit anderen zu teilen, weshalb Facebook und Co. gern auch als «Social Web» oder «Netzgemeinschaften» figurieren. Die Registrierung kostet nichts, jedenfalls kein Geld, der Nutzer zahlt mit der Preisgabe seines Namens, seines Alters und Geschlechts sowie der Angabe einer E-Mail-Adresse. Dem sollen möglichst umfangreiche Zusatzangaben folgen. Die Identität hinter einem Pseudonym zu verstecken, ist möglich, wird aber nicht gern gesehen. Ohnehin erscheint ein Inkognito als systemwidrig, da es auch darum geht, gefunden zu werden, sei es von alten Freunden oder von neuen Geschäftspartnern.

Entblössung beginnt im Banalen
So beliebt die neuen digitalen Netzwerke zumal unter jungen Leuten sind, so schlecht ist ihr Ruf unter Datenschützern. Als allzu freizügig erscheint, was manches Mitglied dort verbreitet. Der Bericht vom Alkoholexzess am Wochenende, die Foto von der Freundin in verfänglicher Lage – das mag, wenn es in der persönlichen Rubrik publiziert wird, als harmlos empfunden werden. Man hatte Spass, und nun kostet man noch einmal nach. War die Samstagnacht nicht lustig? Und wie! Es geht sogar noch lustiger, will sagen anstössiger, je nach Geschmack und Toleranz. Studentische Gruppen, die Frauen zu «Sperma-Partys» einladen oder die einer Vorliebe für Urin als «Natursekt» frönen und dies mit Bildern dokumentieren, legen bereitwillig von ihren Freizeitaktivitäten Zeugnis ab. Rege genutzt wird auch der bei Facebook zugeschaltete Dienst eines Drittanbieters, der mit den Worten lockt: «Wir veröffentlichen eure SMS, die zu gut, witzig oder krass sind, um nur von euch alleine gelesen zu werden.» Witzig ist da nicht allzu viel, aber «krass» trifft die Sache schon recht gut.

Es sind nicht allein die kalkulierten oder auch einfach nur primitiven Schamverletzungen, die den Netzwerken den Ruf eingetragen haben, «digitalen Exhibitionismus» zu praktizieren. Die Entblössung beginnt schon früher. Viele Menschen finden ganz offenkundig nichts dabei, ihr persönliches Profil im Netz mit einer Fotografie von sich, mit der Angabe von Alter, Geburts- und Wohnort, Ausbildung und Arbeitgeber anzureichern und auch die Aufzählung der Hobbys und Vorlieben nicht zu vergessen. Wesentlich für den Betrieb sind «Statusmeldungen», die darüber informieren, was jemand gerade tut, wo und wie er sich befindet: das Banale als das Fundamentale. Intimes kursiert auf einer Plattform wie Xing, die dem Austausch von Geschäftskontakten dient, naturgemäss weit weniger als auf Facebook, MySpace oder den speziell für Schüler und Studenten gedachten Foren. Überall aber bildet die Chance, identifiziert zu werden, die Basis der ganzen Veranstaltung.
Quelle: Joachim Güntner in: NZZ

Wir berichteten bereits früher zum Thema: Rettet die Privatsphäre, Vom echten Wert von Freunden, La vie privée à 100% au résautage. Zudem gibt es unser Buch Identitäten im Internet – das Ende der Anonymität? zu kaufen.