Donnerstag, 18. April 2013

Firma sucht Bewerber: Versprechen und was dahinter ist

Foto: personalitydesk.com
Stellensuche im gedruckten Stellenanzeiger, das war gestern. Schon seit Jahren gibt es elektronische Stellenanzeiger, vermehrt wird auch in Sozialen Netzwerken nach Stellen und künftigen Stelleninhabern gesucht. Dieser Wandel stellt ale Beteiligten vor Herausforderungen, ist doch nichts mehr so, wie es war; es eröffnen sich jedoch auch ganz neue Möglichkeiten, eine neue Stelle oder einen geeigneten Bewerber zu finden.

Das erstes Werkzeug, das sich für Personalverantwortliche äusserst gut eignet, ist Jobvite. Es integriert alle Mitarbeiter einer Firma in den Ausschreibungsprozess. Die Stellen werden intern freigeschalten und können dann von allen Angestellten der Firma eingesehen werden, vor dem hintergrund, die Stellen dann über die eigenen privaten Kanäle zu verteilen. Jobvite nutzt die Vernetzung der einzelnen Mitarbeiter perfekt aus, sodass die einzelnen Stellen quasi durch Mundpropoganda die richtigen Stelleninhaber finden.

Einzelne Funktionen sind Mikroseiten für die Stellen oder eine Facebookapplikation sowie ein CRM, das die Kandidaten vom Erstkontakt bis zur Auswahl über Jobvite führt. Somit kann der Bewerbungsprozess direkt in Jobvite durchgeführt und verfolgt werden.

The Resumator ist ein etwas klassischeres und noch weniger soziales CRM für die Stellenausschreibung. Die Bewerber melden sich über die Plattform an und ihre Dossier werden dort hinterlegt. Durch das automatisierte Kategorisieren und Auswerten von Bewerbern wird eine Vorselektion erstellt. Zusätzlich kann man direkt Absagen erteilen oder den Bewerber für das weitere Vorgehen kontaktieren.

Neben diesen eigentlichen Bewerbersuchplattformen im Netz, werden auch immer mehr soziale Netzwerke fürs Anwerben genutzt. Im Stellenmarkt von Linkedin oder Xing, das sich auf den deutschsprachigen Raum konzentriert, kann die Personalabteilung ihre freien Stellenangebote veröffentlichen.  Kandidaten bewerben sich dann direkt oder werden auf eine Landeseite geführt. Daraufhin kann mit den gewünschten Kandidaten direkt in Kontakt aufgenommen werden. Ausserdem werden vom System als passende Stellen potentiellen Kandidaten durch Linkedin, respektive Xing auf ihrer Einstiegseite vorgeschlage. Da eine Standardeinstellung ist, man sei auf diesem sozialen Netzwerk, da man nach einer neuen Stelle Ausschau halte, ist hier mit grossen Streuverlusten zu rechnen. 

Damit dieses automatisierte vorgehen überhaupt funktionieren kann, müssen die Profile der Bewerber dementsprechend gestaltet sein. Linkedin gibt dazu sieben Tips:

  • aktuelle Position angeben
  • zwei ehemalige Positionen
  • Ausbildung
  • Profilzusammenfassung
  • Profilfoto das wirkt
  • unbedingt Spezialgebiete angeben
  • mindestens drei Empfehlungen einholen

Letzteres ist bei Linkedin gratis, bei Xing jedoch kostenpflichtig. Wichtig ist, dass man die richtigen Schlagworte verwendet. Unter welchen Begriffen will ein potentieller Kandidat gefunden werden? Diese Worte müssen dann unbedingt im Profilslogan, bei Berufserfahrung, den Zielen, Spezialgebieten und Interessen vorkommen. Erfahrungsgemäss klappt dies jedoch höchstens bei gradlinigen Karrieren einigermassen. Wenn jobs.ch einem Sozialwissenschafter Stellen als Oberarzt und Hebamme vorschlägt, obgleich dieser in seinem hinterlegten Lebenslauf keinerlei medizinische Ausbildung oder überhaupt Stichworte vorweist, dann ist der Algorythmus noch nicht ausgereift.

Wie schwierig das ist, mussten auch die F.A.Z. und die NZZ merken, welche gemeinsam mit Serendi im Januar 2013 das Karrierenportal Careermatch lancierten, das seither im Beta, um nicht zu sagen Alpha-Stadium stehengeblieben ist und nach einem ersten Inserat auch nicht mehr beworben wird. Es ist immerhin zu hoffen, dass die Funkstille genutzt wird, um die guten Ideen wenigstens in einem zweiten Anlauf effektiv umzusetzen. Dass die mobile Rekrutierung nur langsam auf dem Vormarsch ist, hätten die Leute von der Falkenstrasse eigentlich wissen müssen, haben sie dies doch bereits am 27. Oktober 2012 im eigenen Blatt berichtet…

Zuletzt darf man nicht vergessen: Zwar gibt es viele Möglichkeiten, um sich auf dem Arbeitsmarkt anzubieten und in manchen Branchen gehört ein Profil auf Xing oder Linkedin schlicht dazu. Seriöse Anbieter suchen jedoch nur innerhalb des Netzwerkes, sodass es nicht nötig ist, das Profil auch für Suchmaschinen suchbar zu schalten. Der Schutz der Privatsphäre darf nicht vergessen werden!

Samstag, 6. April 2013

Einsamkeit als Problem
moderner Gesellschaften

Bild:Caspar David Friedrich
Ob Handy, Facebook oder Twitter: In einem Zeitalter, in dem die technische Kommunikation immer mehr überhandnimmt, mag die Frage nach der Einsamkeit antiquiert erscheinen. Und doch gibt es sie, die Augenblicke der Leere. Ein Gastbeitrag von Hans Peter Dreitzel.

Es scheint ein Widerspruch: Die Vernetzung unter den Menschen nimmt immer mehr zu, und doch fühlen sich immer mehr Menschen von Einsamkeit bedroht. Historisch gesehen leben wir in einer Gesellschaft, in der die Chance, in Kontakt zu fremden Menschen zu gelangen, unvergleichlich hoch ist. Das liegt zum einen daran, dass Verstädterung und Globalisierung zu immer grösserer Mobilität zwingen, und zum anderen an der rasanten Entwicklung der elektronischen Kommunikationstechniken. Indes sind die allermeisten Begegnungen mit anderen Menschen flüchtiger Natur: Man sieht sich bei der Arbeit, im Verkehr, beim Einkauf, auf Behörden, beim Arzt, also in Situationen, in denen nur das Nötigste gesprochen wird. Oder man trifft sich bei Konferenzen, auf Geschäftsreisen, in den Ferien oder bei sportlicher Betätigung. Auch hier bleiben die Kontakte fast immer kurzfristig, oft einmalig: zum Abschied ein unverbindliches «Man sieht sich . . .», «Wir telefonieren mal!». Diese Kontakte bleiben auf partielle soziale Rollen beschränkt, sind dem Augenblick verhaftet und von vornherein aufs Vergessen angelegt.

Entindividualisierte Begegnungen
Soziologen haben in modernen Gesellschaften immer wieder einen durchgängigen Individualisierungsprozess erkennen wollen. Das scheint aber nur für die ganz engen Beziehungen zuzutreffen, für die die ganze Persönlichkeit eines Menschen relevant ist. In anderen Bereichen des sozialen Miteinanders ist eher das Gegenteil zu beobachten:
eine Entindividualisierung unserer Begegnungen. Diese Tendenz steigert sich noch in der Virtualisierung unserer Kontakte durch die elektronischen Medien: Dort lässt sich einerseits eine Hypertrophie der Kontakte, etwa durch die ständige Erreichbarkeit per Handy oder E-Mail, beobachten und andererseits ein Verlust an persönlichen, sinnlich erfahrbaren Begegnungen mit einem leibhaftigen Gegenüber. Im Chatroom wird der andere vollends zum Phantom: Die Identität des Gesprächspartners ist nicht mehr feststellbar, und mit der Zurechenbarkeit der Äusserungen schwindet auch die Verantwortlichkeit für sie.

Zwar sind heute unsere meisten Kontakte mit fremden Menschen nicht mehr bedrohlicher Natur; wir müssen normalerweise nicht fürchten, dass der mir Fremde mich beraubt oder gewalttätig wird (gerade diese allgemeine Friedlichkeitserwartung macht die jugendlichen U-Bahn-Schläger so unheimlich). Aber unsere meisten Kontakte mit anderen Menschen sind funktionaler Natur und befriedigen damit nicht unser fundamentales Bedürfnis danach, als ganze Person mit unseren eigenen biografisch gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen, Neigungen und Eigenschaften wahrgenommen zu werden. «Nur auf dem Umweg über andere hat sich der Mensch» (H. Plessner).

Das ist ein alter Erkenntnis-Grundsatz der philosophischen Anthropologie. Erst im Spiegel solcher, denen wir vertraut sind, können wir unsere eigene Identität ausbilden und behaupten. Wir brauchen also andere Menschen nicht nur zur Bewältigung von Aufgaben, die besser kooperativ gelöst werden können, wir brauchen sie auch zum Austausch und zum Mit-Teilen unserer inneren Erfahrungen, unserer Gefühle und Empfindungen, die sich eben nur auf dem Umweg über andere klären lassen und als sinnvoll erfahren werden können. Menschen aber, die uns dieses notwendige Gegenüber sein können, sind – im krassen Gegensatz zur Vielzahl unserer funktionalen Kontakte – ein knappes Gut. Daher die immer häufiger empfundene Bedrohung durch die Möglichkeit zu vereinsamen.

Blosses Allein-Sein freilich macht noch nicht einsam, wie man sich umgekehrt gerade auch in der Menge sehr einsam fühlen kann. Allein zu sein, ist ein Zustand – Einsamkeit ist ein Gefühl, dessen doppelter Kern aus der Angst vor Hilflosigkeit und dem Mangel an physischen und psychischen Streicheleinheiten besteht. Jeder Mensch braucht Hautkontakt – und braucht auch Anerkennung durch Wertschätzung. Dass geteiltes Leid halbes Leid und geteilte Freude doppelte Freude ist, das sind Erfahrungen, die jeder Mensch, der in einer unzerstörten Familie aufgewachsen ist, schon in seiner Kindheit gemacht hat und die das ganze Leben lang als Sehnsuchtsbild alle Partnersuche von innen her steuern.

Die auf das Elternpaar mit ein, zwei Kindern reduzierte Familie, die kinderlosen Paare und die selten gewordenen engen Freundschaften sind die letzten verbliebenen Refugien menschlicher Begegnungen, in denen von vornherein und immer die Person als ganze gemeint ist. Wer solche ganzheitliche Beziehungen entbehren muss, wird ständig mit Einsamkeitsgefühlen zu kämpfen haben.

Nicht alle sind vernetzt
Es gibt Positionen im sozialen Gefüge, die dafür besonders anfällig sind. Da sind die allein lebenden Alten, die nur noch geringe Chancen haben, einen Partner zu finden, und denen das Know-how für den Zugang zu den Internetforen fehlt. Da sind die frisch Geschiedenen, die mit ihrem Partner oft einen grossen Teil ihres alten Freundes- und Bekanntenkreises verlieren. Da sind die Flüchtlinge, die die neue Sprache noch nicht beherrschen. Da sind die durch Mobbing Isolierten, die kaum noch jemanden finden, der zu ihnen hält. Da sind die Abhängigen, die mit ihrer Sucht alle ihre Kontakte zerstören. Und da sind die im Wahnsinn Gefangenen, deren inneres Erleben sie der Welt entfremdet. Diesen Menschen ist gemeinsam, dass ihnen die kulturellen Mittel fehlen, die erst den Zugang zu den Kontakten mit anderen Menschen ermöglichen. Kontakte zu knüpfen und Partnerschaften einzugehen, wird aber heute gesellschaftlich von jedem erwachsenen Menschen wie selbstverständlich erwartet. Wer dabei scheitert, erlebt sich leicht als Versager und schämt sich dafür – was dann die Kontaktchancen weiter mindert und die Suche nach therapeutischer Hilfe blockiert.


Hans Peter Dreitzel ist Professor em. für Soziologie und Gestalt-Psychotherapeut. Zuletzt erschienen: «Gestalt und Prozess. Eine psychotherapeutische Diagnostik» (2004). Der Beitrag erschien in der gedruckten Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung.

Montag, 18. März 2013

RDA dans les systèmes de bibliothèques open source

Les règles sur la description de ressources et l'accès (Ressources: Description et Accès, RDA) est un nouveau standard de description de ressources et d’accès conçu pour un monde numérique. RDA est le nouveau standard de catalogage et remplacera les Règles de catalogage anglo-américaines (RCAA2). Il va au-delà des codes antérieurs de catalogage car il fournit des lignes directrices sur le catalogage des ressources électroniques et se préoccupe d’aider lesusagers à trouver, à identifier, à sélectionner et à obtenir l’information désirée.
Les RDA permet également l’interrelation des notices bibliographiques en montrant les liens qui existent entre les œuvres et leurs auteurs. Cette importante nouvelle caractéristique permet aux usagers d’être plus conscients des différentes éditions, traductions ou présentations matérielles d’une œuvre, ce qui constitue un développement prometteur.

Mais, est-ce que les logiciels de catalogues sont-ils prêt pour les RDA? La réponse n'est pas claire. Nous y jetons un regard sur les systèmes de bibliothèque open source, systèmes qui ont une distribution en pleine croissance.

Voici les qautre systèmes les plus répandus, Koha, Evergreen, ABCDet PMBanalysé selon l'état de l'intégration des nouvelles normes RDA:
  • Koha: Wiki créé http://wiki.koha-community.org/wiki/RDA, la communauté y travaille. Selon un blog anglais, il y a déjà des moyens pour intégrer RDA.
  • Evergreen open ILS: RDA fonctionne avec Evergreen. Les dernieres justifications sont en cours.
  • ABCD Library Automation Software: Aucune mention de RDA/FRBR.
  • PMB: déclaration sur RDA/FRBR: Aucune mention. La dernière actualité date du janvier 2011.
Donc, il semble que les systèmes de bibliothèque à sources ouverts ne sont prêts à RDA que aprtiellement - comme par ailleurs aussi les systèmes commerciales. C'est avant tout dommage, car il y a n grand nombre de bibliothèques qui travaillent avec les systèmes libres en pays de développement.[1] Si seulement les systèmes commerciaux devrait offrir RDA, ce pourrait (une fois de plus) conduire à la situation que les pays en développement n'auront pas toutes les options imaginables et de fournier des service de bibliothèque seconde classe. Heureusement ce n'est pas le cas. Il faut se faire des soucis plutôt concernant les prix du RDA-Toolkit qui dépasse plusieurs salaires annuels d'un bibliothécaire. Soit, c'est l'exclusion d'un très grand nombre de pays, soit cette politique encourage le non-respect des droits de l'auteur.

[1] voir Liste des utilisateurs PMB, Liste des utilisateurs Koha

Sources: M. Bargmann; Stanford; HTW Coire

Donnerstag, 7. März 2013

Internet zerstört Demokratie

Bild: Roosevelt Institute
Es ist eine gewagte These, welche der Politologe und Jurist Eli Pariser in seinem Buch «Filter-Blase» vertritt. Im angelsächsischen Raum war es wohl dasjenige Internet-Sachbuch, welches 2011 die höchsten Wellen warf. Unter dem zweisprachigen Namen «Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden» liegt es nun auch auf deutsch vor.

In seinem Buch «Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden» zeigt Eli Pariser minutiös auf, dass und wie sich das Internet seit 2009 grundlegend verändert. Von dieser Veränderung hat der Normalnutzer jedoch meistens nichts bemerkt. Diese Veränderungen beruhen auf der Kernstrategie der grossen Internetkonzerne, der Personalisierung. So eintsteht eine Filter-Blase, welche unseren Blick einengt und uns daran hindert, Dinge zu sehen, welche uns nicht interessieren.

Filterblase in der Praxis
Ist ein Internetbenutzer konservativen, verschwinden seine linken Freunde wahrscheinlich von seiner Facebook-Seite. Eli Pariser, der sich als links bezeichnet ist dies im umgekehrten Sinne geschehen: seine rechten Freund verschwanden. Oder wer nach einem banalen Begriff wie «Turnschuhe» sucht, bekommt bei Google andere Resultate als sein Partner oder seine Freunde. Ein einfacher Test zeigt dies schon auf: Nach Neustart des Browser werden in den Einstellungen die Verläufe und Cookies gelöscht. Anschliessend führt man eine Google-Suche durch und merkt sich die ersten paar Suchtreffer. Anschliessend wählt man sich bei G-Mail ein, öffnet einen neuen Tab und führt die exakt gleiche Suche noch einmal durch: Es werden andere Suchresultate geliefert, personalisierte Suchresultate. Das ist so, weil die Inhalte, die geliefert werden, unter anderem davon abhängen, was der Benutzer zuvor angeklickt hat, mit wem er befreundet ist, wie eng er mit diesen Leuten befreundet ist oder aber auch welche Dienste er sonst noch nutzt.

Die allermeisten Benutzer ist sich dabei nicht bewusst, dass er so wichtige Ereignisse oder entscheidende Ideen verpasst, schreibt Eli Pariser in seinem Buch. Gemäss seinen Recherchen produziert und verfeinert die Technik ohne Unterbruch eine «Theorie zur Persönlichkeit des Nutzers» und sage voraus, was dieser als Nächstes tun wolle. «Zusammen erschaffen diese Maschinen ein ganz eigenes Informationsuniversum für jeden von uns (...) – und verändern so auf fundamentale Weise, wie wir an Ideen und Informationen gelangen», schreibt Pariser.

Google und Facebook als Gefahr für die Demokratie
Da die Demokratie vom Diskurs, dem Austausch widersprüchlicher Ideen, von Debatten lebt, vertritt Pariser die These, dass die immer weiter fortschreitende Personalisierung im Internet eine Gefahr für die Demokratie darstellt. Nur wenn der Bürger in der Lage sei, über seine Partikularinteressen hinaus zu denken, ist eine lebendige Demokratie möglich. Durch die Personalisierung wird es nun aber zunehmend unwahrscheinlicher, online und offline Menschen kennenzulernen, welche anders denken, sich von einem unterscheiden und so gar nicht mehr mit unterschiedlichen Meinungen konfrontiert werden.

Von der während der Anfangsphase des Internets von vielen Denkern erhoffte «Kultur durch den Diskurs» sei heute nicht mehr viel übriggeblieben, schreibt Pariser, denn: «Die Personalisierung gibt uns etwas ganz anderes: einen durch Algorithmen sortierten und manipulierten öffentlichen Raum, der absichtlich fragmentiert wird und dem Dialog entgegensteht.»

Ausweg unwahrscheinlich
Für Pariser ist diese Entwicklung nicht unausweichlich. Die Benutzer könnten sich sehr wohl wehren: Die Menschen, welche das Internet nutzen, seien den Lobbyisten zahlenmässig weit überlegen. Auch gibt es viele kleinere Informatik-Unternehmen, die ein sehr grosses Interesse an einem «demokratischen, sozial gesinnten Internet» haben. Pariser meint, dass wenn viele Benutzer und Unternehmen sich für eine solche Entwicklung entschieden und die Stimme erhöben, bei Politikern intervenierten, Initiativen lancierten und die richtigen Volksvertreter wählten, «dann haben die Lobbyisten keine Chance». Dem steht die Bequemlichkeit der Personalisierung gegenüber…

Eli Pariser: «Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden» (Hanser Verlag, 22.30 Franken).

Mittwoch, 13. Februar 2013

Bildkommunikation von vorgestern für heute

Die Augen zum Himmel verdreht,
fletschende Zähne wie ein Jaguar und
triefende Nase: Darstellung der Wirkung
 von peruanischen Kakteen.
(Bild: Museum Rietberg)
Heute war ich in Zürich und nach einem anstrengenden Tag wollte ich nicht einfach so nach Hause fahren. Also stieg ich sozusagen zur Belohnung in der Enge aus und stapfte durch den Schnee des Rieterparks ins Museum Rietberg. Dort die Treppe hinunter direkt nach Peru!

Dort zeigt eine Sonderausstellung (Weltpremiere steht auf dem Plakat) höchst Interessantes aus Chavín de Huántar, einem verborge engen Gebirgstal auf 3200 m Höhe in den Anden. Dort errichteten die Menschen 2500 Jahre vor den Inka mit höchstem Arbeits- und Kostenaufwand eine gewaltige Tempelanlage. Das spannende ist die dabei angewandte Bildkommunikation:  aus hartem Stein geformte kunstvolle riesige Reliefs und rätselhaften Steinskulpturen. Umgelenktes Sonnenlicht bis tief in die unterirdische Räume und Gänge der weitläufigen Tempelanlage hinein. Wer sich die Originale anschaut und auch die gelungenen Animationen, der fragt sich zu Recht, ob wir in den letzten paar tausend Jahren wirklich die grossen kulturellen Errungenschaften und Fortschritte erreicht haben, wie wir so oft glauben.

Vor vier- bis sechstausend Jahren haben die Peruaner eigentliche Multimediaproduktionen erschaffen: mit Kunst, mit der Beeinflussung aller Sinne, mit dem gezielten Einsatz von Licht, mit psychoaktiven Substanzen, mit Geräuschen und mit Musik - eine äusserst hohe Medienkompetenz grossartig umgesetzt. Dies haben die Kuratoren aufgegriffen und mit modernsten Mitteln gelungen umgesetzt. Nicht nur 200 riesige Steinskulpturen, Reliefs, kostbare Tongefässe und wunderbaren Goldschmuck gibt es zu sehen, sondern auch die Wirkung von Drogen und Licht. Dazu ertönen plötzlich ungewohnte und ungewohnt lange Muscheltrompetenklängen.

Die Ausstellung ist noch bis am 10. März 2013. Inhaber des Schweizerischen Museumspasses oder einer Raiffeisen-Maestrokarte haben freien Eintritt. Andere beommen von den SBB 10% Rabatt. Reich bebildeter Katalog: Chavín - Die Ankunft der Götter in den Anden. 

Freitag, 8. Februar 2013

Les habitants de Tombouctou ont sauvé la bibliothèque

Centre Ahmed-Baba à Tombouctou.
Les 300 000 à 900 000 Manuscrits de Tombouctou sont un ensemble de manuscrits médiévaux datant de la période impériale ouest-africaine, pour la plupart rédigés et conservés depuis des siècles à Tombouctou et environs. Le choc était grand, quand à l'arrivée de l'armé française à Tombouctou, la nouvelle bibliothèque semblait être pillé et incendié par les islamistes partants.

C'est seulement plus tard que l'on a apprit, que depuis 2012 presque tous les manuscrits ont été transféré par des habitants dans des lieux sûrs et ce que les islamistes ont brûlé était de moindre valeur. Ce qui me choque par contre, c'est que des soit-disants islamistes et jihadistes brûles des copies du Coran ou les jettent par terre. Un comportement qui mène directement à l'enfer. Heureusement, la population locale connait mieux la valeur de son héritage que ces super-réligieux leur réligion.

Dienstag, 29. Januar 2013

Vielleicht war das Opfer der Täter

Abends an der Bar,
ist nicht mehr alles klar
Eine deutsche Nachrichtenmagazin-Reporterin berichtete aufgeregt über eine Begegnung mit Brüderle, die ein Jahr zurückliegt. Dabei schrieb sie, als ob das Ereignisgleich jetzt  stattgefunden hätte, im Präsens, wie sie ein Politiker verbal belästigt habe. Der Leser ist mit dabei, jetzt, obleich es schon lange vorbei ist. Rainer Stadler fragt in der NZZ zu recht, wie «jemand eine Begegnung nach einem Jahr noch so genau wiedergeben kann» und ob die Journalistin die Aussagen damals sogleich aufgeschrieben habe, da sie immerhin zwischen Anführungszeichen gesetzt wurden und damit Genauigkeitvorgaukeln?

Erinnerungen verändern sich im Verlauf der Zeit, doch darüber schreibt die Reporterin nichts. Der Politiker hingegen schweigt. Wohl die einzige richtige Antwort auf solches Geschwätz, denn es gäbe nur ein Hickhack weiterer nicht nachprüfbarer Behauptungen. Der Medienanwalt Ralf Höcker legt mit einer fiktiven Darstellung der Konversation zwischen den beiden Kontrahenden anschaulich dar, wie die Begegnungen sich hätte abspielen können, wie je nach Sichtweise die «Wahrheit» ganz anders ist. Man kann sich fragen, weshalb, das deutsche Massenblatt dise Geschichte nach einem Jahr erst bringt, weshalb es sie überhaupt bringt, ob es dem Staat zuträglich ist, wenn die Presse Mandatsträger auf blossen Verdacht oder einseitige Aussage hin «in die Pfanne haut». Von der vielzitierten vierten Gewalt dürfte man mehr erwarten.