Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wie schütze ich mich gegen Schadsoftware?

Updates, updates, updates.
Drei Tipps:

  • Vorsicht bei Mails von unbekannten Absendern. Vor allem Anhänge sollte man nicht einfach unbesehen anklicken und vorher immer denken: Zum Beispiel seit wann meldet sich die Eidgenössische Steuerverwaltung statt dem Kantonalen Steueramt wegen der Bundessteuer? Seit wann habe ich mein Bankkonto bei der UBS statt bei der Postfinance?
  • Das Betriebssystem aktuell halten. Beim Macintosh heisst das nicht, dass man zwingend die neuste Version, also Sierra (10.12) installieren muss. Auf vielen Maschinen sind El Capitan (10.11), Yosemite (10.10.) oder Mavericks (10.9) die bessere Wahl. Aber innerhalb dieser Versionen sollte man jedoch die angebotenen Updates machen, insbesondere die vom System angebotenen Sicherheits-Updates.
  • Einen Virenschutz installieren und aktuell halten. Mein Favorit auf dem Macintosh heisst seit einigen Jahren Sophos Antivirus für Mac. Für den Heimgebrauch ist er kostenlos. Bei Linux erübrigt sich dies. Bei Windows ist es doppelt wichtig.

Sophos Home für Mac gibt es hier gratis:
<http://wwe.udena.eu/pdf/sophos9.zip>
Nach der Installation gleich auf „jetzt aktualisieren“ klicken, damit die neuste Version geladen wird. In den Einstellungen unter „Auto-Update“ ändere ich jeweils die Häufigkeit von stündlich zu täglich. Sonst macht der Mac jede Stunde einen Abgleich der Virendatenbank - und das frisst dann doch einiges an Leistung.

Montag, 18. September 2017

Steuerverwaltung gegen MacUser

Computer mit MacOS und Geräte mit iOS waren in diesem (Früh-) Sommer nicht von den Cyberattacken betroffen. Aber die Einschläge kommen näher, auch der Mac ist keine sichere Insel mehr. Letzten Sommer wurde die Spionagesoftware „Pegasus“ bekannt:
<https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Pegasus-Spyware-Auch-Sicherheitsaktualisierung-fuer-OS-X-10-10-und-10-11-notwendig-3312192.html>

In den letzten Tagen tauchte eine SpyWare (Spionage-Software) namens OSX/DokSpy-A auf, eine Version ward gar exklusiv für Deutschschweizer Mac-User geschaffen:
<https://www.sophos.com/en-us/threat-center/threat-analyses/viruses-and-spyware/OSX~DokSpy-A.aspx>

Das Mail kam getarnt als Meldung der Eidgenössischen Steuerverwaltung mit der Bitte um weitere Angaben zur letzten Steuererklärung. Dabei war ein Anhang namens Quittung.zip, darin steckt eine Datei „Dokument.app". Diese nistet sich bei den Anmeldeobjekten ein und startet bei jedem Neustart automatisch im Hintergrund. Mit fingierten Fehlermeldungen und Eingabefenstern wird der Benutzer dazu gebracht, angebliche Sicherheitsupdates zu installieren und das Administrator Passwort einzugeben. Ab da wird der Computer übernommen und sämtliche Kommunikation über einen Proxy-Server umgeleitet. Weitere Details hier:
<http://blog.checkpoint.com/2017/04/27/osx-malware-catching-wants-read-https-traffic/>

Eine kleine Anmerkung: Als normaler Steuerzahler habe ich mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung reichlich wenig zu tun. Die Unterlagen werden beim Gemeindesteueramt eingereicht, die Gemeinde- und Staatssteuer durch die Gemeinde, die Bundessteuer durch den Kanton abgerechnet.

Freitag, 11. August 2017

30 Jahre HyperCard - jetzt läuft es wieder

Andrew Ferguson hatte in den letzten Wochen an einem spannenden Projekt gearbeitet und exakt heute, am 11. August, dem 30. Geburtstag von HyperCard, darüber informiert.

Vor ein paar Monaten hat das Internet-Archiv Unterstützung für die In-Browser-Emulation der alten Mac-Software hinzugefügt. Während dies theoretisch erlaubt, HyperCard-Stapel online zu emulieren, sind die meisten Stapel in StuffIt-Expander-Dateien (.sit, .sea, ...), und der Prozess sie zu extrahieren war langsam und zeitaufwendig (es erfordert die Verwendung von Emulatoren oder alten Macs).

Ferguson hat jetzt einen automatisierten Prozess entwickelt, um das alles zu tun. Das Ergebnis ist, dass jeder Stapel in einer StuffIt-Expander-kompatiblen Datei oder einem Mac-Disk-Image in wenigen Klicks zum Internet-Archiv hochgeladen werden kann, wo man ihn in einem Browser (keine Plugins erforderlich) ausführen kann.

Es gibt wohl keinen bessereb Tag, als den heutigen 11. August, den 30. Jahrestag, an dem HyperCard eingeführt worden war, um seine Stapel wieder laufen zu lassen. Um sie hochzuladen, gehe zu HyperCardOnline.tk.

Und wer keine Stapel zum hochladen hat, kann in die HyperCard-Stapelsammlung im Internet-Archiv gehen und hunderte, bald tausende von Stapeln laufen lassen, die bereits hochgeladen sind.

Die Mehrheit der Stapel, die bereits online sind, stammen aus der AOL/MHC-Sammlung, welche von Jacqueline Landman Gay geretttet worden war. Andrew Ferguson sucht noch weitere Stapel, respektive Stapelsammlungen, damit er sie auch hochladen kann. Er weiß bereits bescheid über die University-of-Michigan-Sammlung, HyperCard.de und die Info-Mac-Archive.

Im Internetarchiv befinden sich übrigens auch die Handbücher - falls diese in der eigenen Handbibliothek nicht mehr greifbar sind.

Sonntag, 30. Juli 2017

Lösegeld oder Sicherungskopie

Mitte Mai fand eine grosse Cyber Attacke mit sogenannter Ransomware (Ransom = Lösegeld) statt. Mehrere Hunderttausend Computer mit älteren Windows Versionen waren betroffen. Die Schadsoftware verschlüsselte Daten auf dem Computer. Wer wieder Zugang zu seinen Daten will muss ein Lösegeld zahlen. Wer kein aktuelles Backup hat wird sich grün und blau ärgern. Zum Teil waren Grossfirmen über Stunden lahmgelegt, bis das Backup wieder eingespielt war.

Rund um Computer und Internet hat sich eine neue „Industrie“ entwickelt: CyberCrime. Hacker und IT Spezialisten suchen gezielt nach Schwachstellen in Betriebssystemen und Software, so genannten Exploits, und versuchen diese zu Geld zu machen. Es gibt Broker, die mit solchen Exploits Handel treiben. Ein grosser Exploit, der viel Information oder viel Profit verspricht, kann schon mal einige Hunderttausend Dollar einbringen. Kunden sind zumeist Geheimdienste und das organisierte Verbrechen. Letztes Jahr wurde bekannt, dass das FBI fast 1.3 Millionen Dollar für einen Hack bezahlt hatte, um das iPhone zu entsperren. Zuvor hatten sie vergeblich versucht, das iPhone selbst zu knacken und Apple gerichtlich zu zwingen, Hintertürchen ins iOS einzubauen.

Internet der Dinge
Nun steht das Internet der Dinge sozusagen vor der Tür. Kühlschrank, Kaffeemaschine, Auto - alles ist computergesteuert und mit dem Internet verbunden. Diese Hersteller sind bezüglich IT Sicherheit allerdings noch ziemlich unerfahren. Es dürfte für Hacker ein Leichtes sein, diese Geräte zu knacken und für ihre Zwecke zu missbrauchen.

In ein paar Jahren könnte mein Albtraum-Tag etwa so aussehen: Der Wecker dudelt und meldet mir Wetterlage, Aussentemperatur, treibt mich zur Eile an. Ich dusche, gehe in die Küche und freue mich auf einen Kaffee. Doch die Kaffeemaschine hat heute keine Lust und wünscht in Ruhe gelassen zu werden. Der Kühlschrank quillt über, weil er wieder mal selbständig zu viel Milch bestellt hat. „Immerhin hat die Milch noch keine Kühlschränke bestellt" tröste ich mich. Also ab ins Auto, Motor starten. Da erklärt mir das Bordsystem, es sei gesperrt worden, ich müsse erst 1000 Franken auf Konto XY überweisen, dann könne ich fahren. Mit dem Taxi schaffe ich es gerade noch rechtzeitig an den Flughafen. Endlich entspannt im Flugzeug, das Frühstück wird serviert, der Kaffee schmeckt prima. Doch die Entspannung ist von kurzer Dauer. Der Pilot spricht zu uns über die Lautsprecher. Nicht die üblichen Angaben zu Flug und Wetterlage sind Thema. Sondern sein Bedauern darüber, dass der Bordcomputer gehackt wurde und Swiss sich weigere, das Lösegeld zu zahlen...

Spätestens an diesem Punkt möchte ich gerne aus dem Traum aufwachen.
schreibt wwe.ch

Dienstag, 11. Juli 2017

HyperCards Urenkel kommt

(Rheinwerk-Verlag)
In Deutschland scheint LiveCode bekannt zu werden. Dies schrieb vor einigen Wochen zumindest Hauke Fehr. Fehr muss es wissen, denn er programmiert seit rund dreissig Jahren mit verschiedenen Programmiersprachen. Dabei verwendet er LiveCode etwa für Sprachlernprogramme oder Auftragsverwaltungen für KMU.  Als Linguist und Hochschuldozent hat er ein besonderes Gespür fürs Lernen und Lehren.

Im englsichsprachigen Raum ist LiveCode schon viel bekannter, sowohl bei professionellen Programmierern, jedoch auch bei Schülern und Lehrern. Als Urenkel des unvergesslichen HyperCard wird LiveCode in amerikanischen oder schottischen Schulen Primar- und Sekundarschulen im Informatikunterricht eingesetzt. Doch LiveCode ist weit mehr als für Spiel- und Lernzwecke geeignet. KLM entwickelte sein Ticketbuchungssystem ebenso mit LiveCode, wie die NASA Überwachungs- und Kontrollprogramme für die Landsat-7-Satelliten.

Für LiveCode sprechen mehrere Punkte: die niedrige Einstiegshürde, die Anfängerfreundlichkeit, die schnelle Lernkurve, der effiziente und zügige Arbeitsablauf, rasch funktionierende Prototypen und die Möglichkeit mit zwei, drei Mausklicken Programme für Android, iOS, Linux, MacOS und Windows gleichzeitig zu generieren. Und vergessen wir nicht die Programmierung in (fast) natürlicher (englischer) Sprache:
put "hello" into line 1 of field "client"
Dabei unterscheiden wir zwei unterschiedliche LiveCode-Lizenzen: eine kommerzielle, relative teure, die es erlaubt, die Programme auch kommerziell zu vertreiben, etwas im App- oder im PlayStore. Daneben gibt es auch die kostenlose Gemeinschaftsausgabe. Der Leistungsumfang ist genau der gleiche - nur können die erstellten Apps nur getauscht oder ebenso kostenlos verbreitet werden. Leider ist LiveCode im Moment nur Englisch erhältlich; lokalisierte deutsch- oder französischsprachige Versionen fehlen noch. Immerhin liegt nun mit Eigene Apps programmieren: Schritt für Schritt mit LiveCode zur eigenen App – für Windows, Mac, iOS und Android. von Hauke Fehr das erste Kompendium auf deutsch vor. Flüssig und verständlich geschrieben, zu einem fairen Preis. Eine Leseprobe bezeugt das.


weiter im Netz:
Hinweis: Der Autor dieses Artikels hat sich an der Kickstarterkampagne der LiveCode Community Edition beteiligt. Es bestehen nur ideelle und keinerlei finanzielle Verbindungen zu LiveCode.

Freitag, 30. Juni 2017

Les années 1980 disponible dans les archives (au moins pour Apple II)

Il est légendaire: le fameux ordinateur Apple II. Vous en avez un dans votre collection? Ou vous travaillez toujours avec une de ces machines?

Comment faites-vous pour les logiciels? C'est un américain qui s'est donné la peine de collectionner des logiciels pour Apple II, de contourner le protection de piratage (même si on veut, on ne peut plus, depuis long temps, acheter des licences) et de les redistribuer à travers des archives de l'internet.

Apple II Compilation (il y en a 12)
Bibliothèque de jeux pour Apple II

NB. Si vous ne disposez pas d'un Apple II, vous pouvez jouer les jeux aussi en ligne avec un emulateur. Simplement, cliquez sur la capture d'écran... pour revivre les années 1980.

Dienstag, 13. Juni 2017

Brief zukleben für Dummies (auch bei e-Mail)

Endlich: Zum Schluss dieser kleinen fünfteiligen Filmserie von Alexander Lehmann kommen wir nun zu James Bond. Ja, wenn es um Verschlüsselung geht, denken alle ja gleich an den britischen Agenten und die tollen Werkzeuge, die er aus der Werkstatt von Q bekommt.

Nur leider ist das ein sprachliches Problem: Was im Internet "verschlüsseln" heisst, hat gar nichts mit Enigma, Geheimcode und so zu tun, sondern es handelt sich dabei um das simple "zukleben eines Couverts", was bei der realen Briefpost ja nicht wirklich etwas aussergewöhnliches ist. Weshalb sträuben wir uns im Internet so dagegen, unsere Brieflein zuzukleben?



Vergleichstabelle:
https://www.eff.org/de/node/82654