
Dabei stützt er sich auf Erfahrungen amerikanischer Ökonomen, Boldrin und Levine, die ihr Buch «Against Intellectual Monopoly», 2008 nicht nur bei Cambridge University Press publizierten, sondern auch gratis im Internet. Natürlich wird das für Cambridge University Press kaum ein grosses Geschäft. Aber das liegt aber weniger daran, dass das Buch frei im Internet verfügbar ist, sondern daran, dass es sich um ein anspruchsvolles akademisches Werk handelt.
Bestseller trotz Gratisversion
Boldrin und Levine weisen indessen auf ein anderes Buch hin, das trotz freier Verfügbarkeit im Internet zu einem Bestseller wurde:
- Am 22. Juli 2004 stellte die US-amerikanischen Regierung den «9/11 CommissionReport», ohne Urheberrechtsbeschränkungen ins Internet.
- Ebenfalls am 22. Juli 2004 erschien der Bericht in einer gedruckten Version im Verlag W.W. Norton.
- Und zwei Wochen später gab es eine weitere schriftliche Fassung im Verlag St. Martin’s, der in Zusammenarbeitmit mit der «New York Times» den Bericht um Artikel und Analysen von Autoren der «New York Times» angereichert veröffentlichte.
Auch Gratismusik lässt sich verkaufen
Ähnliche Beispiele lassen sich in allen Branchen finden, die von einer Abschaffung des Urheberrechts betroffen wären. Umberto Ecco schrieb vor einiger Zeit, dass seine Netzbücher oft angelesen und dann in der Bibliothek oder der Buchhandlung zum fertiggelesen geholt werden. Die englischen Band Arctic Monkeys etwa verkaufte Debütalbum in Grossbritannien Ende Januar 2006 schneller als alle anderen Musikalben seit 1992. Dies ist insofern erstaunlich, da die Band frühere Aufnahmen der meisten Lieder, die auf dem Album waren, schon ein ganzes Jahr vorher gratis ins Internet gestellt hatte – und obwohl – illegalerweise – das Album im Dezember 2005 ins Internet gelang.
Schweizer Monatshefte: Schafft das Urheberrecht ab!
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